Was versteht man unter einem Leistenbruch?

Normaler Weise ist der Körper fest umhüllt von Bindegewebe und Muskeln. Sie schützen empfindliche Körperregionen, wie beispielsweise den Bauchraum. Es kommt vor, dass diese schützende Hülle Schwachstellen aufweist. An diesen Stellen können Brüche entstehen, die den medizinischen Namen „Hernie“ tragen. Es gibt verschiedene Arten von Hernien (Narbenbruch, Oberbauchbruch, Sportlerleiste, Nabelbruch), der Leistenbruch ist der häufigste.

Schon Kinder können Leistenbrüche haben. Er tritt aber nur bei 1-3% der Kinder auf. Und Erwachsene aller Alterstufen sind von Leistenbrüchen betroffen. Von zehn Patienten sind in der Regel neun männlich und nur einer weiblich. Leistenbrüche sollten in jedem Fall behandelt werden, damit lebensbedrohliche Komplikationen ausgeschlossen werden.

Wo können Leistenbrüche auftreten?

Wie der Name sagt, treten Leistenbrüche im Leistenkanal auf. Dort befinden sich neben Nerven und Lymphgefäßen bei Männern der Samenstrang, bei Frauen das Mutterband. Dort verlaufen schiefe und gerade Bauchmuskeln, die bei einem Leistenbruch in der Regel geschwächt sind. Das kann bei Frauen leicht während einer Schwangerschaft der Fall sein, bei Männern häufig wegen schwerer, körperlicher Belastung im Beruf.

Wie macht sich ein Leistenbruch bemerkbar?

Im frühen Stadium eines Leistenbruchs bemerken Erwachsene die meist schmerzlose Schwellung durch Tasten. Manchmal wird die Schwellung bei Belastung schmerzhaft. Sie kann in der Regel einfach in den Bauchraum zurückgeschoben werden, solange der Patient liegt. Bei Männern vergrößert sich möglicher Weise der Hodensack sichtbar. In diesem Fall handelt es sich um einen Hodenbruch.

Leistenbrüche bei Kindern äußern sich als Schwellung in der Leistengegend und werden meist von ihren Eltern beim Wickeln entdeckt. Die Kinder haben selten Beschwerden.

Sofort handeln

Wenn Schmerzen plötzlich auftreten und sich die Schwellung nicht in den Bauchraum zurückschieben lässt, dann sind z.B. Teile des Darms abgeklemmt. Der eingeklemmte Teil schwillt an und wird dadurch nicht mehr durchblutet. Ein Darmverschluss oder Absterben des betroffenen Darmteils können die Folge sein; beides ist lebensgefährlich. Daher ist ein sofortiger chirurgischer Eingriff notwendig.

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